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Pressemitteilung vom 25.10.2004

Wunschliste für's Bett - doppelt so viele sexuelle Wünsche könnten wahr werden

Könnte man sich Sex zu Weihnachten wünschen, würde dieser Wunsch wahrscheinlich bei mehr als der Hälfte der deutschen Paare ganz oben auf der Wunschliste stehen.

Die Unzufriedenheit mit Sex und Erotik belegt den Spitzenplatz in der Partnerschafts-Problemstatistik. Dazu wurde im Projekt Theratalk am Institut für Psychologie der Universität Göttingen eine groß angelegte Studie durchgeführt. Das traurige Ergebnis: Von mehr als 51.000 teilnehmenden Männern und Frauen sind 49% in diesem wichtigen Bereich nicht zufrieden. Sexuelle Probleme sind jedoch kein Problem des Einzelnen sondern der Partnerschaft. Und der Anteil der Partnerschaften, in denen mindestens ein Partner über Probleme mit dem Sex berichtet, liegt mit etwa 65% sogar deutlich über der Hälfte.

Besonders problematisch ist dabei, dass Sex zu den exklusiven Bereichen der Partnerschaft zählt: Wer mit seinem Partner beispielsweise ein Hobby nicht teilt, kann das ausgleichen, indem er es mit seinen Freunden ausübt. Wer aber mit dem Sex in der Partnerschaft unzufrieden ist oder wem er ganz fehlt, der sollte besser nicht auf die Idee kommen Sex außerhalb der Partnerschaft zu suchen, denn damit würde die Treue gebrochen. Sex ist für die meisten Partner ein besonders sensibler Bereich, über den Treue definiert wird und der deshalb nicht einfach durch Sex außerhalb der Partnerschaft ersetzt werden kann ohne die Partnerschaft dabei massiv zu gefährden.

Unzulänglichkeiten therapeutischer Konzepte

Therapeutische Konzepte gibt es im sexuellen Bereich hauptsächlich für die sogenannten sexuellen Funktionsstörungen wie beispielsweise Erektionsstörungen oder Vaginismus. Hierauf konzentriert sich auch die Therapieforschung. Die Probleme der Mehrzahl der Paare werden jedoch vernachlässigt, denn sexuelle Funktionsstörungen stellen nur einen Bruchteil der sexuellen Probleme in Partnerschaften dar.

Aber selbst wenn therapeutische Konzepte für die Behandlung sexueller Unzufriedenheit viel weiter verbreitet wären, würden sie wahrscheinlich nur von einem kleinen Teil der betroffenen Paare genutzt. Denn dem Weg zum Therapeuten steht eine sehr hohe Schamgrenze entgegen, so dass nur die wenigsten Paare mit sexuellen Problemen einen Therapeuten aufsuchen. Und wer die Schamgrenze überwindet, steht vor dem nächsten Problem: Durch eine Therapie entstehen hohe Kosten, die nur im Fall "anerkannter sexueller Funktionsstörungen" von den Krankenkassen übernommen werden können. Therapie ist somit auch aus finanziellen Gründen ein hochschwelliges Angebot - ein Privileg für die Wenigen, die es sich leisten können. Ein gutes und kostengünstiges Angebot für die Mehrzahl der Paare, bei dem nicht erst die eigene Scham überwunden werden muss, fehlte bislang.

Unwissenheit über die sexuellen Wünsche des Partners führt zu sexueller Unzufriedenheit

Ob Partner sexuell zufrieden sind, lässt sich hauptsächlich dadurch erklären, inwieweit ihre individuellen sexuellen Wünsche erfüllt sind. Dabei spielt das Wissen über die sexuellen Wünsche des Partners eine ebenso zentrale Rolle für die sexuelle Zufriedenheit wie die Bereitschaft, diese zu erfüllen. Dies wurde in einer umfangreichen Studie im Projekt Theratalk mit mehr als 16.000 teilnehmenden Männern und Frauen belegt: Ein bedeutender Anteil der Probleme mit wenig, unbefriedigendem oder fehlendem Sex kann auf das bloße Fehlen von Wissen über die sexuellen Wünsche des Partners zurückgeführt werden.

Anders als in der Öffentlichkeit, wo sexuelle Themen durch Medien und Werbung allgegenwärtig sind, wird in Partnerschaften über kaum etwas anderes so viel geschwiegen wie über die eigenen sexuellen Wünsche. Hier liegt die Schamgrenze so hoch, dass der immer wieder gern gegebene Tipp, über sexuelle Wünsche zu reden, regelmäßig auf taube Ohren stößt. Die Furcht, vom Partner aufgrund der eigenen sexuellen Wünsche abgelehnt oder für abnormal gehalten zu werden, ist und bleibt groß. Daran ändert auch ein guter Rat nichts.

Ungenutzte Reserven zur Beseitigung sexueller Unzufriedenheit

In praktisch jeder Partnerschaft schlummern aber ungenutzte Reserven zur Verbesserung der sexuellen Zufriedenheit, wie eine aktuelle Studie im Projekt Theratalk mit 2.330 teilnehmenden Paaren zeigt: Im Durchschnitt werden 35% der sexuellen Wünsche der Männer erfüllt. Dem gegenüber stehen 65% unerfüllte Wünsche. Bei Frauen sind es im Mittel 44% ihrer sexuellen Wünsche, die vom Partner erfüllt werden, während 56% ihrer Wünsche unerfüllt bleiben.

Die Überraschung in dieser Studie aber ist: Weitere 36% der sexuellen Wünsche der Männer und weitere 40% der sexuellen Wünsche der Frauen würden von deren Partnerinnen oder Partnern zusätzlich gern erfüllt werden, wenn diese sie nur kennen würden. Die Anzahl erfüllter sexueller Wünsche ließe sich also in etwa verdoppeln. Dieser Sachverhalt ist in der folgenden Grafik dargestellt:

Sexuelle Wünsche

Große ungenutzte Reserven: Zusätzlich zu den bereits erfüllten sexuellen Wünschen (grün dargestellt) würde noch ein etwa ebenso großer Teil weiterer sexueller Wünsche (gelb dargestellt) gern vom Partner erfüllt werden.

Leider musste in der Studie auch ein enormes Ausmaß an Unwissenheit über die sexuellen Wünsche der Partner festgestellt werden: Lediglich 44% der Männer, gefragt ob sie die sexuellen Wünsche Ihrer Partnerinnen kennen, stimmen zu. Bei den Frauen stimmen sogar nur 32% zu, die sexuellen Wünsche ihrer Partner zu kennen.

Unkonventionelle niederschwellige Hilfe

Die Frage war nun, wie es Partnern leichter gemacht werden könnte, die Schamgrenze zu überwinden, die sie daran hindert, gegenseitig ihre sexuellen Wünsche kennenzulernen. Das in der Grafik gelb dargestellte ungenutzte Potential der nicht erfüllten sexuellen Wünsche, die der Partner aber gern erfüllen würde, müsste sichtbar gemacht werden können. Dann könnten konkrete Tipps gegeben werden, die speziell auf die eigene Partnerschaft zugeschnitten und deshalb optimal anwendbar wären.

Zu diesem Zweck wurde im Projekt Theratalk am Institut für Psychologie der Universität Göttingen ein besonders niederschwelliges Verfahren in Form eines Ressourcen-Aktivierungs-Moduls entwickelt, das im Internet wie ein Partnerschaftstest ausgefüllt wird. Bei diesem Modul Sexuelle Wünsche werden beide Partner getrennt nach ihren sexuellen Wünschen befragt. Die Angaben beider Partner werden dann zu einer Rückmeldung zusammengeführt, die für jeden Partner lediglich diejenigen sexuellen Wünsche des Anderen umfasst, die er selbst gern erfüllen würde. So braucht keiner der Partner Angst zu haben, sexuelle Wünsche preiszugeben, die vom Anderen möglicherweise abgelehnt werden könnten. Und so entsteht für jeden eine Wunschliste für den Sex, bei der die Partner schon von vornherein sicher sein können, dass auf die "Geschenke" sehnsüchtig gewartet wird.

Die Durchführung des Moduls ist ausgesprochen niederschwellig, denn sie

  • erfolgt anonym und ohne Therapeutenkontakt,
  • benötigt wenig Zeit,
  • ist kostengünstig und
  • ist überall auf der Welt möglich, wo ein Zugang zum Internet vorhanden ist.

Die Wirksamkeit dieses Verfahrens ist wissenschaftlich belegt - sowohl zur Steigerung der sexuellen Zufriedenheit als auch zur Anregung von Gesprächen über die eigenen sexuellen Wünsche. Denn wer einmal gesehen hat, welche und wie viele sexuelle Wünsche vom Partner geteilt werden, gewinnt Sicherheit und braucht sich nicht mehr zu schämen.

Das Modul Sexuelle Wünsche ist im Ressourcen-Aktivierungs-System unter /ressourcenaktivierungs_system.html zu finden.

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